WEINREGIONEN
IN PORTUGAL

In vino veritas – Im Wein ist Wahrheit.

Region Minho

im äußersten Nordwesten Portugals ist benannt nach dem gleichnamigen Fluss, der in Spanien entspringt und den Nordwesten der iberischen Halbinsel durchfließt, ehe er bei Caminha in den Atlantik mündet. Der Weinbaubereich Minho, manchmal auch Rios do Minho genannt, ist seit 1993 als Vinho Regional klassifiziert (inzwischen IGP = Indicacoes Geograficas Protegidas) und ist von der Fläche identisch mit der DOC Vinho Verde.
Die Vorschriften für die Weine, die unter der Herkunftsbezeichnung Minho auf den Markt kommen sind etwas weniger streng als die Vorschriften für die DOC Vinho Verde. Winzer machen von dieser Möglichkeit regen Gebrauch, wenn die Trauben bei der Lese beispielsweise ein wenig zu Reif sind oder der Alkoholgehalt des Weines bei mehr als 11,5%-Vol. liegt.

In Minho werden sowohl Weißweine, Roséweine und auch Rotweine gekeltert, vorzugsweise aus Rebsorten, die in Portugal einheimisch sind. Für den Weißwein sind Alvarinho, Arinto, Avesso, Loureiro und Trajadura besonders verbreitet. Bei den Rotweinen sind es vor allem Alvarelhao, Espadeiro und Caino Tinto, seit einiger Zeit auch Cabernet Sauvignon.

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Region Douro

Von der spanisch-portugiesischen Grenze bis Mesão Frio bildet die Gegend um den Douro die Weinregion Alto Douro, das streng abgegrenzte Anbaugebiet des Portweins. In früheren Zeiten wurden die Fässer aus dieser Region und ihrem historischen Zentrum Peso da Régua auf Booten bis in die Portweinkellereien in Vila Nova de Gaia und Porto verschifft. Alto Douro wurde 1756 das weltweit erste geschützte Weinbaugebiet und zählt seit 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Neben dem Portwein sind hier auch die Rotweine von Bedeutung.

Auf spanischer Seite liegt bei Aranda de Duero das Weinbaugebiet Ribera del Duero, in dem vor allem Tempranillo-Rotwein angebaut wird.

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Region Dao

ist eines der ältesten Weinanbaugebiete in Portugal mit der kontrollierten Herkunftsbezeichnung DOC (Denominação de Origem Controlada). Es liegt in der gebirgigen Beira-Region, nördlich des höchsten Gebirges Portugals, der Serra da Estrela. Die wichtigsten Rebsorten sind für Rotwein Tourigo, Tinta Pinheira und Alvarelhão, für Weißwein Arinto, D. Branca und Barcelos.
Klima und Geographie

Als Teil der Serra da Estrela wird die Region von den Gebirgen Serra do Buçaco und Serra do Caramulo durchzogen, die Weingärten sind aus diesem Grund auch typischerweise in Terrassenform angelegt. Das Gebiet ist nach dem gleichnamigen Fluss Rio Dão benannt, der es durchfließt. Dão ist genau wie die Wein-Region Douro durch Gebirge nach Westen hin von atlantischen Einflüssen weitgehend abgeschirmt, so dass das Klima kontinentale beziehungsweise mediterrane Einflüsse hat. Die Winter sind regenreich und relativ rau, die Sommer heiß und trocken, der Herbst ist lang und kühl, also optimal um elegante Weine zu erzeugen. Die Reben wachsen auf Granitboden in Hochlagen. Markant an den Weinen aus dieser Region sind die Rotweine, die einen sehr kräftigen und trockenen Charakter besitzen und erst durch längere Lagerung voll zur Geltung kommen. Lediglich im Osten gibt es einige kleine Bezirke mit Schiefer, auf dem meist Weißweine angebaut werden. Diese kargen Böden lassen nur geringe Hektarerträge von 15 bis 30 Hektolitern zu, die Weine werden hierdurch sehr körperreich.

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Region Bairrada

Im Westen Portugals, teilweise bis direkt an die Atlantikküste reichend, ist die Weinbauregion Bairrada gelegen, dieser DOC-Bereich ist eine Sub-Region von Beiras.
Es handelt sich um ein traditionelles Weinbaugebiet in Portugal das seine größte Ausdehnung wohl im ausgehenden Mittelalter erreichte. Später, vor allem zu Beginn des 18. Jahrhunderts, gab es eine erneute Blütezeit, denn die schweren Rotweine aus Bairrada erfreuten sich damals in England sehr großer Beliebtheit und wurden dort unter der Bezeichnung Portwein angeboten, auch wenn das nicht ganz richtig war. Diese Praxis hatte dann zur Folge, dass die Weinberge von Bairrada im 18. Jahrhundert) auf Anweisung des Marquis de Bombal, dem damaligen Ministerpräsidenten Portugals, gerodet werden mussten, um den Portwein zu schützen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Anbaubereich dann vollständig aus der Liste der portugiesischen Weinbaugebiete gestrichen und erst 1979 wieder eingerichtet. Inzwischen wurde Bairrada als DOC klassifiziert und verfügt über eine Rebfläche von rund 15.000 Hektar.

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Region Tejo

Benannt nach dem Fluss Tejo, der von Spanien kommend durch Südportugal fliesst und bei Lissabon in den Atlantik mündet. Das Klima ist mild und teilweise trocken. Eine hügelige, oft sehr fruchtbare Landschaft, die sich für Weinbau gut eignet. Viele der hier arbeitenden Güter sind typische Mischbetriebe und manche davon mit aristokratischem Hintergrund, die sich gerne an der Pferdezucht versuchen. Nicht nur in Portugal ist ein Kapitalpolster durchaus qualitätsfördernd bei der Weinproduktion.

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Region Algarve

Die südlichste Provinz Portugals ist heute eher als Touristenland denn als Weinbaugebiet bekannt. Es gibt hier jedoch auch noch Reste einer alten Weinbautradition. H. Warner Allen schreibt in seinem Buch „The Wines of Portugal“, dass der im 14. und 15. Jh. in England populäre alkoholverstärkte „Osey“ von der Algarve stammte. Die Adega Cooperative de Lagoa produziert noch heute in kleinen Mengen einen trockenen, mit Alkohol angereicherten Wein von der Lokaltraube Crato Branco, der in der Solera unter einer Flor-Hefeschicht reift und dabei einen Nusscharakter annimmt, durch den er Ähnlichkeit mit schlichtem Montilla oder Fino Sherry erhält. Die von den vier Genossenschaftskellereien der Region produzierten, vorwiegend rote Weine sind alkoholstark, aber ohne besonderen Charakter. Das Weinbaugebiet Algarve wurde 1980 (vermutlich aus politischen Gründen) geschaffen und in die vier DOC-Bereiche Lagos, Portimão, Lagoa und Tavira unterteilt; allerdings wird heute deren Abstufung auf den IPR-Status erwogen.

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